Februar
MoDiMiDoFrSaSo
531123456
678910111213
714151617181920
821222324252627
928123456

Kalender / Infos zur Barrierefreiheit

Kasse und Reservierungen:
Di - So, 17.30 - 20.30 Uhr
Tel. 089-82 92 90 79
                                                        

DORA

26.02.11

Eine künstlerische Auseinandersetzung mit Erinnerungskultur von Künstler/innen der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig

Kuratoren: Prof. Torsten Hattenkerl (Leipzig) und Stefan-Maria Mittendorf (Pasinger Fabrik)

Kuratorische Assistenz: Marta Pohlmann-Kryszkiewicz (Leipzig)

26.02.2011 - 03.04.2011

Galerien: 1 - 3

In der Ausstellung "Dora" beschäftigen sich 16 Künstler/innen der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig mit Spuren der nationalsozialistischen Schrecken und dem gegenwärtigen Erinnerungsdiskurs. Jenseits aller Rekonstruktivität markieren sie unterschiedliche Felder in der Schnittmenge von Vergangenheit und Gegenwart, von lokalen und mentalen Repräsentationen, von Erinnerndem und Erinnertem.

Topografischer Ausgangspunkt ist das ehemalige KZ Mittelbau-Dora. Dort wurden im Zweiten Weltkrieg unter mörderischen Lebens- und Arbeitsbedingungen von KZ-Häftlingen in unterirdischen Stollensystemen 1943-45 die von Goebbels propagierten Vernichtungswaffen (V-Waffen) hergestellt. Mit der Zeit entstand zusätzlich ein oberirdisches Lagersystem mit einem weit verzweigten Netz von Außenlagern und Arbeitskommandos in vielen Orten der Region Südharz. Aber auch andere Orte des Nazi Terrors werden in der Ausstellung thematisiert. So liefert Sebastian Kissel in seinen seriellen S/W-Fotografien "Außenlager" eine Typologie von Außenkommandos bekannter Konzentrationslager. Oftmals erstreckten sich die KZ topografisch weit in das vermeintlich unschuldige Umland des eigentlichen Hauptlagers. So unterhielt das KZ-Dachau ab 1942 über 150 Außenlager. Dazu gehörte auch jene Barackensiedlung in der Ehrenbürgstraße 9 in München-Neuaubing, welche als Außenstelle des NS-Dokumentationszentrums München vorgesehen ist.

Die Ausstellungsbeiträge eruieren Möglichkeiten, sich von tradierten Formen eines vereinheitlichten Geschichtsbildes und ritualisierten Gedenkformen vor Ort zu lösen. Sie suchen eigene Zugänge zur Vergangenheit über den Rekurs auf das Erinnern selbst, die von der subjektiven Erfahrung ausgehen und die Rolle des Individuums im Prozess der historischen und gesellschaftlichen Bewusstseinsbildung wiederspiegeln. Die von den Künstler/innen verwendeten Medien wie Fotografie, Video, Audio, Installation, Textcollagen etc. liefern heterogene mediale und subjektive Zugänge, die nicht am Sichtbaren halt machen, sondern gerade durch das vielschichtig sinnlich Wahrnehmbare hindurch Orientierungsversuche unternehmen. Dieses Vorgehen korrespondiert sowohl mit Seh- und Wahrnehmungsgewohnheiten als auch den Individualisierungsprozessen dieser neuen Generation von Erinnerungsträgern, der die Verantwortung für die Aufrechterhaltung des Gedenkens an die Nationalsozialistischen Verbrechen obliegt.

Teilnehmenden Künstler/innen: Paul Altmann, Anna-Martha Bigalke, Natalia Bougai, Paula Gehrmann, Mandy Gehrt, Carsten Goering, Konstantinos Goutos, Torsten Hattenkerl, Juliane Jäger, Sebastian Kissel, Dana Lorenz, Marta Pohlmann-Kryszkiewicz, Marike Schreiber, Luise Schroeder, Julia Wilmes, Katrin Winkler

www.hgb-leipzig.de

Zur Ausstellung ist ein Katalog deutsch/englisch erschienen

Zurück
Jetzt teilen auf:
⇑ nach oben